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Corona-Vorteil

Mitte März 2020 begann der erste Lockdown. Bis heute bin ich gut 21.000 Kilometer nicht zur Arbeit gefahren, habe 1.200 Liter Benzin nicht verbraucht. Habe den zeitlichen Gegenwert von gut drei Arbeitsmonaten nicht am Steuer und auf der A3 verbracht. Die gesparte Zeit habe ich zum Teil mit Arbeit verbracht, zuhause arbeite ich mehr als im Büro. Zum Teil habe ich sie für Familie und Hobby verwendet. Das sind alles gute Errungenschaften.

Ich wollte eigentlich nicht von zuhause arbeiten. Weil ich “zuhause” und “Arbeit” voneinander trennen möchte. Aber da wir dazu gezwungen waren, haben wir das Beste daraus gemacht: Alle haben den Umgang mit Teams erlernt. Die meisten haben verstanden, dass es einen Unterschied zwischen Chat und Email gibt. Die Welt ist nicht untergegangen.

Und trotzdem diskutieren jene, dass man wieder zurück möchte zur Präsenz. Als Führungskraft habe ich in gewisser Weise Verständnis. Projektmeetings sind wesentlich verbindlicher, wenn man sich persönlich gegenübersitzt. Einem Videobild kann man viel erzählen.

Aber eine feste Quote macht in meinen Augen keinen Sinn. Es ist einfach dumm, zur Arbeit zu fahren, nur um dort mit Leuten online zu kommunizieren, die halt gerade nicht da sind. Zumal die Möglichkeiten zur audio-visuellen Onlinekommunikation im shared-space eingeschränkt sind: Wenn alle Anwesenden in ihre Headsets quatschen, ist konzentrierte Arbeit kaum mehr möglich.

Einzig sinnvoll wäre in meinen Augen eine für gewisse Kollegen verpflichtende Anwesenheit: Alle Mitglieder eines Projektteams, oder ein Kreis von Führungskräften, oder… Aber dann wäre Schluss mit der Freiwilligkeit. Da traut sich auch niemand ran.