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Sommerpause, und der neue Job

Der Sommer 2022 war heiss. Nicht nur, weil es (sehr) warm war. Im Juni 2022 war klargeworden, dass ich in meinem damaligen Job keine Zukunft haben würde. “Wenn du merkst, dass du ein totes Pferd reitest, steige ab”, sagen die Indianer. Das hab ich auch getan. Und jetzt?

Am 29. Juni war der letzte Tag. Mein Arbeitgeber hatte mich sofort freigestellt. Ich hatte allerdings fünf Tage zuvor lautstark verkündet, einen neuen Job suchen zu wollen. Zu groß war wohl die Angst um angreifbare Probezeit oder Kündigungsfristen - nach Ende der Probezeit, also 2 Tage später, hätte die Frist “6 Monate zum Monatsende” betragen. Ob eine Kündigung durch den AG dann noch Aussicht auf Erfolg gehabt hätte? Also: Der Christian musste raus. Mein Vorgesetzter überreichte mir die schriftliche Kündigung, nahm den Laptop in Empfang, danke - das wars.1

Fazit 1: Manchmal braucht man einen Schubs

Jetzt hatte ich also einen Monat Zeit, um einen neuen Job zu finden. Die Augen hatte ich schon vorher aufgehalten, aber jetzt konnte ich wirklich Gas geben:

  • LinkedIN, XING & Co bieten Stellenausschreibungen an. Mit den kostenpflichtigen “Premium-Paketen” hat man mehr Möglichkeiten: Wer arbeitet in der Firma, was sind Vergleichsgehälter? Welche Fähigkeiten sind gefragt? Dafür gibts wertvolle Hinweise.
  • indeed.com und workwise.io waren weitere Anlaufstellen, somit war ich auf vier großen Plattformen unterwegs.

Innerhalb von wenigen Tagen hatte ich 25 potentielle Ausschreibungen identifiziert und mich beworben.

Den Lebenslauf-Generator bei flowcv.com kann ich übrigens nicht genug loben. Das Ergebnis ist viel informativer und ansprechender als zB die “Schnellbewerbungen”. LinkedIN Schnellbewerbungen sind schnell geschickt - aber auch quasi ohne Wert. Ich hatte immer das Gefühl, darüber nicht angemessen repräsentiert zu sein, und habe darüber auch keine gehaltvollen Kontakte gewonnen.

Zudem kann man dort die laufenden Bewerbungen in einem Kanban-Board organisieren, um den Überblick zu behalten. Das ist wirklich hilfreich.

Fazit 2: Der Stil des Recruitings sagt viel über das Unternehmen

Ich hab das früher schon gesehen und jetzt am eigenen Leib erfahren: Im Bewerbungsverfahren hat man als Firma selbst in der Hand, wie man “da draußen” wahrgenommen wird. Geschwindigkeit, Professionalität und Empathie dem Bewerber gegenüber sagen viel über die Firma aus. Für mich selbst habe ich mir notiert:

  • Reagiere schnell. Es ist nicht akzeptabel, eine Online-Bewerbung wochenlang ohne Reaktion liegen zu lassen. Mehr als zwei Werktage halte ich persönlich für zu lange, wenn es um die erste Reaktion geht.
  • Kenne die Anforderungen der Stelle. Wir verschwenden unsere Zeit, wenn im Gespräch rauskommt, dass man eigentlich eine ganz andere Stelle besetzen möchte.
  • Entscheider müssen entscheiden. Nichts ist sinnloser als ein Personaler, der den Bewerber vertröstet, weil “die Geschäftsleitung” sich nicht meldet.
  • Absagen können konstruktiv sein. Es gibt längst rechtskonforme Alternativen zu aalglatten Formulierungen vor lauter AGG-Angst.

Am Ende hatte ich das Glück, ein Angebot zu bekommen, das meinen Wünsche nach Softwareentwicklung und echtem Gestaltungsspielraum verbindet. Am 01. August startete ich mit dem Team der Objektkultur Software GmbH aus Karlsruhe, und vom ersten Tag an hatte ich das Gefühl, wertschätzend aufgenommen zu sein.

Auch wenn ich jetzt mein geliebtes Ruby vorerst gegen Java eintauschen muss. Aber das ist ein anderer Blogpost…

  1. Die Situation hatte was cineastisches, hätte auch eine Übergabe geheimer Dokumente in einem Agentenfilm sein können. War aber nur Köln-Porz, schade.